Kreuze an den Klingelanlagen - Hinweis auf ein geplantes Verbrechen?

In den letzten Monaten gab es in zahlreichen Bezirksgruppen auf Facebook immer wieder Posts, besorgter Bürger. Diese sahen Markierungen an den Klingelanlagen ihrer Wohnhäuser und wollten wissen, woher diese stammen.

 

Klingelanlage mit Markierung

Insbesondere in den Social Media Gruppen für den Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf wurden immer wieder Bilder gepostet von Kreuzen an Klingeln, Briefkästen oder Wohnungstüren. Eine Zeit lang waren solche Zeichen ein Hinweis für geplante Verbrechen. Es wurden Wohnungen markiert, in denen eingebrochen werden sollte. Die Kreuze nannte man auch "Gaunerzinken". Jedoch sind diese Markierungen bereits veraltet. Mittlerweile nutzen auch Einbrecher Smartphones und Co, um miteinander zu kommunizieren.

Jedoch ist insbesondere bei Markierungen direkt an Wohnungstüren nicht auszuschließen, dass hier doch etwas geplant wird. Das Zeichen sollte daher nicht einfach entfernt werden. Es ist die Polizei zu informieren. Erst nach derer Freigabe darf die Markierung dann entfernt werden. Manch ein Verbrecher ist vielleicht doch noch etwas altmodisch. Daher lieber einmal mehr der örtlichen Polizei bescheid geben. Leider machen sich aber mittlerweile auch viele Jugendliche, welche die Panik auf Social Media mitbekommen, einen Spaß daraus, willkürlich Kreuze zu setzen.

 
Anders sieht es allerdings bei Markierungen an Klingelanlagen aus. Hier sind es eher selten Verbrecher, die ein Kreuz setzen, sondern vielmehr Paketdienste. Jeder Bezirk hat in der Regel seine festen Paketboten. Doch auch der Beste Auslieferer hat mal Urlaub oder wird krank. Damit die Vertretung weiß, welche Nachbarn nett sind und Pakete entgegennehmen, wird der entsprechende Name mit einem kleinen Kreuz oder einem Punkt markiert.

Meistens werden die Markierungen von den Paketdienstleistern auch selbstständig wieder entfernt. In manchen Fällen bleiben die Kreuze aber auch dauerhaft, wenn zum Beispiel ein häufiger Mitarbeiterwechsel stattfindet.

Die Aussage, dass Paketboten sich die Namen markieren, wurde mir von zwei örtlichen Paketausträgern in Marzahn-Hellersdorf bestätigt.

 Laut Polizei gab es in den letzten Wochen kein erhöhtes Einbruchsaufkommen in den Straßen, wo Markierungen an Briefkästen, Klingeln und Co gemeldet wurden.

 

So werdet ihr die Markierungen wieder los:

 

Wenn das X mit einem Bleistift gesetzt wurde, kann es einfach abradiert werden. Auch ein Schwamm mit Spülmittel kann die rettende Lösung sein. Ist etwas mit wasserfestem Stift markiert worden, so kann dies mit acetonhaltigen Nagellackentferner beseitigt werden.

Letztendlich kann und darf dennoch die Polizei informiert werden, denn ob Verbrecher oder nicht, es ist und bleibt, eine Sachbeschädigung.

Blogbeitrag v. Nancy Meissner

Foto: Nancy Meissner 

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